Göttingen - tiefschürfend, energiepolitisch, menschlich

In Kooperation mit dem DGB Südost-Niedersachsen und der Energiegenossenschaft EWS Schönau lud das Göttinger Kino Lumière zu Film-Vorführung und Gespräch ein. Mehr als 70 verkaufte Tickets und eine intensive Diskussion zeugten von regem Interesse. Mit dem renommierten Journalisten Reimar Paul hatten die Veranstalter einen hoch-kompetenten, zugewandten Moderator gefunden,

Filmgespräch im Kino Lumière, Göttingen: Reimar Paul, Eva Stegen

der tiefschürfende Fragen anstieß, welche die energiepolitischen Dimensionen des Themas beleuchteten, den Bezug zu aktuellen französischen, deutschen und europäischen Aspekten, die Hintergründe nicht existenter Atom-Sanktionen gegen Russland, u.v.m.; Und es gab Raum für menschliche Aspekte: Wie konnte die Whistleblowerin diese schrecklichen Erlebnisse überwinden? Ist diese oder jene Szene im Film genauso wie im Buch? Was ist real, was ist womöglich ein dramaturgischer Kniff? Ist die echte Maureen Kearney der von Isabelle Huppert Verkörperten charakterlich genau so nah, wie die frappierend ähnliche äußere Erscheinung vermuten lässt?

Die Gespräche gingen auch nach dem Podium noch munter weiter, sowohl am gut besuchten Infostand der EWS Schönau, als auch am Bücherstand. Eva Stegen freute sich sehr, dass ein Zuschauer die „Aktion Wind“ bewarb, bei der originäre gewerkschaftliche Anliegen im Bereich der Erneuerbaren Energien thematisiert werden. Auch hier geht es um zigtausende Jobs im Energiesektor. Allerdings nicht wie damals, als Maureen die Jobs ihrer Kolleg:innen verteidigen wollte, in einer Hochrisikotechnologie mit zivil-militärischer Relevanz, sondern um Zukunftstechnologien, die im Kampf gegen die Klimakrise überlebenswichtig sind. Und die – im Gegensatz zu den Fossil-Atomaren - Brennstoff-Unabhängigkeit bieten; Ein sicherheitspolitischer Aspekt, der in vielen Köpfen noch nicht angekommen ist. 

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